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Preacher: Wir brechen die sieben Siegel hinter dem Serienphänomen

Halleluja! Der „Preacher“ ist auf seinem Weg zu Universal TV und wir können Euch jetzt schon versprechen: Es wird „one hell of a ride!“ Denn anders als die meisten Superhelden, die unser Serienuniversum aktuell bevölkern, hat der Priester seine Kräfte nicht nur direkt vom Allmächtigen (wenn auch unfreiwillig), ihm stehen auch eine Profikillerin und ein waschechter Vampir zur Seite. Und weil unter seiner göttlichen Führung so ziemlich all das zusammenkommt, was Comic- und Serienwelten derzeit so aufregend werden lässt, haben wir die sieben wichtigsten Eckdaten rund um das Kultphänomen „Preacher“ für Euch zusammengetragen.

  1. Die unheiligen Köpfe hinter dem Comicphänomen

Fast 25 Jahre hat das Kultcomic-Phänomen „Preacher“ mittlerweile auf dem Buckel. Und noch immer gilt der blasphemisch-wilde Ritt als eine der besten Vertigo-Reihen (ein Ableger von DC, in Deutschland bei Panini) überhaupt, ihre Hauptfigur Jesse Custer als einer der großartigsten Comic-Antihelden. Erdacht und von 1995 bis 2000 in insgesamt 75 Ausgaben zu Papier gebracht wurde das Ganze vom gebürtigen Nordiren Garth Ennis und seinem (mittlerweile verstorbenen) englischen Kollegen Steve Dillon, die u. a. auch für die legendären Reihen „Hellblazer“ (um Dämonenjäger John Constantine) und „The Punisher“ zusammengearbeitet haben.

 

  1. „Constantine“, Western und Gralslegende: Die Grundlagen

Am stärksten ist die Geschichte des „Preacher“ und seiner Suche nach einem abwesenden Gott wohl von der „Hellblazer“-Reihe beeinflusst, für die Ennis und Dillon gemeinsam tätig waren. Hier wie dort nimmt es ein Einzelgänger mit dämonischen Heerscharen auf, himmlische und teuflische Wesen bilden unheilige Allianzen und auch visuell ist dieser Jesse Custer nahe dran an John Constantine. Außerdem kommt – nicht nur des zunächst texanischen Settings wegen – ein ausgeprägter Western-Einfluss zum Tragen, ergänzt um das verschwörungstheoretische Grundgerüst des Bestsellers „Der heilige Gral und seine Erben“, der Jahre später auch den „Da Vinci Code“ beeinflusste.

 

  1. Die ersten Evangelien des „Preacher“

Die aktuell für die „The Walking Dead“-Heimat AMC entwickelte Serie stellt nicht den ersten Versuch dar, den als unverfilmbar geltenden Stoff auf Celluloid zu bannen. Bereits Mitte der 90er wurden die Rechte erstmals verkauft und Ennis selbst hat ein Drehbuch verfasst, das zunächst von Kevin Smith („Dogma“) realisiert werden sollte. Der Stoff war wegen seiner blasphemischen und ultrabrutalen Natur aber so umstritten, dass es ebenso wenig zu einer Umsetzung kam wie Jahre später bei HBO und noch später durch Bond-Regisseur Sam Mendes, der wiederum für eine Leinwandumsetzung im Gespräch war.

 

  1. Die Macher: Superbad!

Es musste wohl erst ein Autoren- und Produzentenduo kommen, das seit Mitte der 2000er mit zunehmend respektlosen Filmspäßen für Aufsehen sorgte: Schauspieler Seth Rogen und Drehbuchautor und Produzent Evan Goldberg: Seit spätestens „Superbad“ bildeten sie ein dynamisches Power-Duo, das u. a. mit „Ananas Express“, „The Green Hornet“ und „Das ist das Ende“ zeigte, dass man Anarcho-Action, Superhelden-Vibe und Apocalypse Now sehr gut unter einen Hut bringen kann. Die Umsetzung von „Preacher“ war der nächste logische Schritt.

 

  1. Superheldische Dreifaltigkeit: Die Besetzung

Drei Engländer bilden den darstellerischen Kern des Wahnsinns, der in Texas seinen Ausgangspunkt nimmt: Dominic Cooper als „Preacher“ Jesse Custer, seine Kollegin Ruth Negga als Profikillerin Tulip und Joseph Gilgun als Vampir Cassidy. Und alle drei verbindet ihre Erfahrung mit Superheldenstoffen. Cooper war u. a. in den „Captain America“-Filmen und im seriellen Ableger „Marvel’s Agent Carter“ als Tony Starks Vater Howard Stark zu sehen. Die später für einen Oscar nominierte Ruth Negga („Loving“) und ihr Kollege Joseph Gilgun waren – allerdings nicht gemeinsam – in der britischen Kultserie „Misfits“ rund um eine Gruppe superheldisch begabter kleinkrimineller Kids aktiv. Bonus: Bösewicht Odin Quincannon wird von Jackie Earle Haley verkörpert, seines Zeichens der Rohrschach aus Zack Snyders „Watchmen“-Verfilmung.

 

  1. Unglaublich vulgär und wahnsinnig brutal

Zartbesaitete, die bewegte Entstehungsgeschichte des Stoffes legt es nahe, sollten besser Abstand vom „Preacher“ nehmen. Nicht nur, dass es zuweilen zugeht wie in einem Splatterfilm, auch verbal wird hier kein Blatt vor den Mund genommen. Figuren wie „Arseface“ und Adolf Hitler höchstpersönlich tun ihr Übriges dafür, dass in Sachen Anstand und political correctness kein Stein auf dem anderen bleibt.

 

  1. Apocalypse Soon

Bislang drei Staffeln, die alle in naher Zukunft bei Universal TV zu sehen sein werden, sind bislang produziert worden. Eine vierte Season entsteht aktuell in Australien. Wobei damit noch längst nicht das Ende der spektakulären Zusammenarbeit zwischen Comicautor Garth Ennis und den beiden Produzenten Seth Rogen und Evan Goldberg erreicht ist. Aktuell arbeitet das Team an der seriellen Umsetzung einer weiteren kultisch verehrten Vorlage von Ennis: In „The Boys“ nimmt es eine Gruppe von Vigilanten mit einer moralisch aus dem Ruder gelaufenen Superheldenwelt auf.

 

Ihr habt Lust bekommen auf die vielleicht irrwitzigste und wahnsinnigste Serie der Gegenwart? Dann schlagt schon mal drei Kreuze!

Ab dem 22. Mai ist Dominic Cooper in „Preacher“ immer mittwochs um 21:00 Uhr in Doppelfolge auf Universal TV im Namen des Herrn unterwegs.


Tags: Preacher   Seth Rogen   DC Comics   Dominic Cooper